KRIEGERIN

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KRIEGERINMarisa (Alina Levshin) ist Anfang 20, Neonazi sie ist aggressiv und schlägt zu, wenn ihr jemand dumm kommt. Sie hasst Ausländer, Politiker, den Kapitalismus, die Polizei und alle anderen, denen sie die Schuld daran gibt, dass ihr Freund Sandro (Gerdy Zint) im Knast sitzt und dass alles um sie herum den Bach runter geht: Ihr Leben, ihre Stadt, das Land und die ganze Welt.

Der kundig recherchierte, differenzierte, dabei emotional wuchtige Film führt uns in ein Milieu, das zugleich abstößt und Aufmerksamkeit fordert. Wie entsteht Rassismus? Wie funktioniert Identifikation? Wie wirken asoziale Rollenvorbilder? KRIEGERIN zeigt eine Innenperspektive voller Aggression und eklatanter Widersprüche. Der Film konfrontiert uns mit simplistischen Ansichten, groben Ritualen und einer erschreckenden Gruppendynamik. Denn die hasserfüllten, verrohten Jugendlichen brauchen zu ihrer Selbstbestätigung unaufhörlich neue Opfer. Sie finden sie außerhalb wie innerhalb der Gruppe. Wir beobachten aber auch, wie die Titelheldin Marisa beginnt, sich dem Strudel von Hass und Gewalt zu entziehen. Sie zahlt am Ende einen hohen Preis. Aber sie schafft durch ihren Mut ein neues Modell – wenigstens entlässt uns der Film mit dieser Hoffnung. KRIEGERIN gibt keine einfachen Antworten und ist gerade dadurch reich an Denkanstößen. Der Film berührt das Menschenbild der Demokratie, fragt nach dem Zusammenleben, nach der immensen Aufgabe der Integration. Er fragt nach Radikalisierung und Gewalt. KRIEGERIN greift Probleme auf, die im Licht der aktuellen Erkenntnisse zum Rechtsterrorismus nur umso dringlicher erscheinen. (Filmheft - Kriegerin)

Regisseur und Drehbuchautor David Wnendt recherchierte viele Jahre über das brisante Thema Rechtsextremismus in der heutigen Jugend, um einen Film zu schaffen, der das Milieu und seine Charaktere realistisch darstellt. Mit seinem Spielfilmdebüt "Kriegerin" hat der, Absolvent der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg, gleich ein heißes Eisen angefaßt: Neo-Nazis in der ostdeutschen Provinz, martialische Gewalt und eine junge Frau, die tief im braunen Sumpf steckt, obwohl sie sich der Sinnlosigkeit ihres Tuns eigentlich bewußt ist. Wnendt, der auch das Drehbuch für den provokanten Film schrieb, hat für seine hart-realistische Handlung einen semi-dokumentarischen Stil gewählt und gleich den "Förderpreis Deutscher Film - Drehbuch" bekommen.

Deutschland 2011, Regie und Buch: David Wnendt, Darsteller: Alina Levshin, Jella Haase, Gerdy Zint, Lukas Steltner, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Uwe Preuss, Winnie Böwe, Rosa Enskat, Haymon Maria Buttinger, Klaus Manchen, Andreas Leupold, Najebullah Ahmadi, 103 Min. ab 12. Altersemphelung ab 14.
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